Geheimgesellschaft

Darcy James Argue's Secret Society - Infernal MachinesWenn eine Postjazz-Bigband auf ihrem Myspace-Profil in der Rubrik „Einflüsse“ neben Charlie Mingus, Wayne Shorter und Kenny Wheeler auch Tortoise, David Lynch und David Foster Wallace angibt, kann es sich nur um einen Pflichtkauf handeln. Und wirklich: Die 18 Musiker um den Komponisten Darcy James Argue zeigen auf dem Debut-Album der „Secret Society„, dass sie bei der derzeitigen Runderneuerung des Jazz ganz vorne dabei sind. Der Titel des Albums ist eine Anspielung auf John Philip Sousa (1854 – 1932), ein amerikanischer Marschmusikkomponist. Die Höllenmaschinen glänzen hier durch Abwesenheit, die Musik entsteht nach alter Bigband-Sitte unter Konzertbedingungen.

Doch die Secret Society böte keinen Postjazz, wenn hier nicht das ferne Wetterleuchten populärer Musikstile des späteren 20. Jahrhunderts zu spüren wäre. „Phoebus“ (Anspieltipp 1) zum Beispiel ist Jazz, der seine Verwandschaft mit den komplizierten Snaredrumpattern und irisierenden Klangflächen des Drum&Bass nicht verleugnet. Bei „Redeye“  stehen zu gleichen Teilen (früher) Pat Metheny und Tortoise Pate. Und „Transit“ (Anspieltipp 2) bietet die ganz große musikalische Geste mit Pathos und perfektem Ensemblespiel. Und wer genau hinhört, erkennt im Hintergrund einiger Stücke die charismatischen Arpeggios von Philip Glass.

Darcy James Argue’s Secret Society — Infernal Machines

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